Kolumbarium - eine neue und alte Bestattungsform

Ratgeber, Beisetzung10. Dezember 2010
KolumbariumDie Bezeichnung Kolumbarium beschreibt ein Gebäude, das zur dauerhaften Aufbewahrung von Urnen dient. Ursprünglich verstand man unter Columbarium einen Taubenschlag, denn das Wort stammt aus dem Lateinischen, wo columbare mit Taube übersetzt wird. Da römische Urnenhallen durch die zahlreichen, übereinander liegenden Nischen an einen Taubenschlag erinnerten, wurden bald auch die altrömischen Grabkammern so genannt. Meist ist ein Kolumbarium an ein Krematorium oder einen Friedhof angegliedert. In Deutschland entstanden die ersten modernen Kolumbarien in den 1870er Jahren, zusammen mit den ersten Krematorien. Auf dem Leipziger Südfriedhof steht ein Kolumbarium, das unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Wände sind mit Zeichnungen und Schmuckelementen verziert und in den Nischen dieses Leipziger Kolumbariums finden mehr als 2500 Urnen Platz.

Kolumbarien früher und heute

Vor allem um Rom entstanden die ersten antiken Kolumbarien. Sie stammen fast alle aus dem ersten Jahrhundert nach Christus und wurden damals meist von reichen Personen angelegt, da diese für ihre Sklaven auch nach deren Tod sorgen mussten. Diesem Zweck verschrieben, waren die römischen Kolumbarien schlicht, damit für den Erbauer nur geringe  Kosten entstanden. Auch freie Bürger, deren finanzielle Mittel nicht für eine herkömmliche Grabstelle ausreichten, konnten sich einen Platz in einem Kolumbarium erwerben. Da im Christentum Feuerbestattungen lange verpönt waren und erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts geduldet wurden, ist es nicht verwunderlich, dass die Kolumbarien bei uns lange keine Rolle spielten. In den letzten Jahren wurden in Deutschland wieder vermehrt Kolumbarien gebaut. Unter anderem entstand 2004 in der Krefelder Kirche das erste moderne Kolumbarium in einer Kirche und seit 2006 gibt es die ersten privaten Kolumbarien in Bestattungshäusern.

Moderne Kolumbarien sind hell und lichtdurchflutet

Im Gegensatz zu den antiken Urnenwänden und -kapellen sind moderne Kolumbarien hell, freundlich und lichtdurchflutet. Als Besucher fühlt man sich in einem Kolumbarium wohl, denn die freundliche und ruhige Atmosphäre lädt zum Verweilen ein. Anders als auf einem klassischen Friedhof gewinnt man hier schnell den Eindruck der Leichtigkeit, verbunden mit einem Gefühl des Friedens. Immer mehr Menschen sichern sich bereits zu Lebzeiten einen Platz in einem modernen Kolumbarium und so mancher besucht den Ort seiner letzten Ruhestätte auch vorab gern. Überall auf der Welt entstehen neue Kolumbarien, was natürlich auch an den immer weiter steigenden Kosten für eine Erdbestattung liegt. Doch auch ohne diesen finanziellen Faktor entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Platz in einer modernen, freundlich gestalteten Urnenwand.
Foto: Fachbereich Stadtgrün der Stadt Braunschweig

Schlagworte: Kolumbarium

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Grabpflegekosten

    Der Tod eines geliebten Menschen stellt für die Hinterbliebenen stets einen schweren Verlust dar, der sie emotional durchaus aus der Bahn werfen kann und eine zunächst übermächtige Trauer hervorruft. Mit der Zeit lernt...

  • Totenstarre

    Es ist eine alte Weisheit, dass der Tod zum Leben gehört, denn ausnahmslos alle Lebewesen sind sterblich. Wenn ein Mensch stirbt, so beginnen schon Sekunden nach seinem Ableben verschiedene biologische, chemische und...

  • Naturbestattung

    Traditionell werden Menschen in Deutschland auf klassischen Friedhöfen beerdigt, da der Gesetzgeber einen sogenannten Friedhofszwang vorschreibt. Andererseits möchten immer mehr Menschen gerne eine Naturbestattung...

  • Sterbliche Überreste bestatten

    Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, möchte man im ersten Moment den Tod gar nicht akzeptieren und ihn stattdessen leugnen, und man möchte den verstorbenen Angehörigen am liebsten trotz des Todes auf ewig bei sich...

  • Wie funktioniert die Online Bestattung?

    Das Leben des modernen Menschen hat heutzutage viel mehr Facetten, als es noch vor wenigen Jahrzehnten der Fall war. So bewegen sich sehr viele parallel zum realen Leben im virtuellen Raum des Internets und sind dort in...