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Kondolenz

Der Begriff Kondolenz leitet sich von dem lateinischen Verb „condolere“ ab, das im Deutschen mit „Mitgefühl haben“ oder „mittrauern“ übersetzt werden kann. Es geht also darum, zum Ausdruck zu bringen, dass man den Schmerz des anderen teilt und mit diesem mitfühlt. Insbesondere im Trauerfall kann dies für die Hinterbliebenen trostspendend sein, weil sie so wissen, dass viele Menschen den Verstorbenen betrauern und an ihrem Leid Anteil nehmen. Gemeinsam kann man auch schwere Zeiten überstehen und die Trauer bewältigen, obwohl der Verlust natürlich für immer und unumkehrbar ist. Die Trauer ist überaus schmerzhaft, aber essentiell dafür, dass man mit dem Tod des geliebten Menschen zu leben lernt. Dann kann sich auch der allseits bekannte Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden.“ bewahrheiten. Wer aber in seiner Trauer versinkt, braucht Menschen, die ihn auffangen und ihm zuhören. Nur so kann die Trauerbewältigung gelingen. Die Kondolenz im Trauerfall kann hier den Anfang machen und den Trauernden den Rückhalt geben, den sie so dringend brauchen.

Formen der Kondolenz

Dass Kondolenz wichtig ist, steht außer Frage. Wer sein Beileid bekunden möchte, kann dies allerdings auf unterschiedliche Art und Weise tun. Hier gibt es keine festgelegten Regeln, so dass man der jeweiligen Situation entsprechend die richtige Form wählen sollte. Im Rahmen der Beisetzung und Trauerfeier ergibt sich zumeist die Möglichkeit eines zumindest kurzen Gesprächs mit den engsten Angehörigen des Verstorbenen. So kann man persönlich kondolieren und sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Zusätzlich ist eine Beileidskarte ebenfalls sinnvoll. Da die Beerdigung an den Hinterbliebenen oftmals nur vorbeirauscht und diese permanent mit sich kämpfen, um diesen Tag irgendwie zu überstehen, geraten die kleinen Gespräche mit den verschiedenen Trauergästen leicht in Vergessenheit. Dementsprechend macht es Sinn, die Anteilnahme noch einmal schriftlich zum Ausdruck zu bringen. Beileidskarten und Beileidsbriefe sind hier die erste Wahl und können von den Trauernden immer wieder zur Hand genommen werden, so dass sie in den mitfühlenden Worten immer wieder Trost finden können.

Die Digitalisierung hat auch in die moderne Trauerbewältigung Einzug gehalten, denn Kondolenz findet heutzutage auch online statt. Gedenkseiten und andere Online-Portale bieten Trauernden eine Plattform und geben ihnen die Möglichkeit, einen geliebten Menschen zu betrauern. Freunde, Verwandte und Kollegen haben dann die Möglichkeit, online zu kondolieren und so ihre Anteilnahme über das Internet zum Ausdruck zu bringen. Die Hemmschwelle ist dabei oftmals niedriger, was zu einer höheren Resonanz führt. Hinterbliebene brauchen allerdings keine hohen Klickzahlen, sondern echten Beistand im ganz realen Leben. Online-Gedenkseiten sind zwar eine moderne Form der Kondolenz, können klassische Beileidsbekundungen aber in keiner Weise ersetzen.

Richtig kondolieren – So findet man die passenden Worte

Stirbt ein Mensch, ist es dessen Umfeld ein tiefes Bedürfnis, den nächsten Angehörigen zu kondolieren. Das Wie stellt sie allerdings vor eine große Herausforderung, denn in einer solch emotionalen und empfindlichen Situation will man auf keinen Fall einen Fehler machen und ringt daher nach den richtigen Worten. Im Allgemeinen sollte man einfach versuchen, mitzufühlen und sein Herz sprechen zu lassen. Gedichte und Trauersprüche können dabei helfen und durchaus auch als Elemente schriftlicher Kondolenz taugen. Grundsätzlich kommt es aber ohnehin nicht auf die konkrete Wortwahl an, sondern vielmehr auf die Geste und echtes Mitgefühl.

Kondolenz als Anteilnahme und Trauerbewältigung

Angesichts der Wortherkunft vom Lateinischen condolere beschreibt die Kondolenz das Mitgefühl beim Leid anderer. Insbesondere im Trauerfall ist dies wichtig, um dem Verstorbenen Respekt zu zollen und dessen Hinterbliebenen beizustehen. Die Kondolenz dient somit in erster Linie der Anteilnahme und soll zeigen, dass einen das Schicksal berührt und man den Schmerz aufgrund des Todes des Verstorbenen teilt. Die Kondolenz ist allerdings noch viel mehr, denn auch derjenige, der den Hinterbliebenen kondoliert, empfindet dies als wohltuend und kann so die ersten Schritte in Sachen Trauerbewältigung machen. Zunächst ist es zwar sehr schwer und nervenaufreibend, die richtigen Worte zu finden, aber auf diese Art und Weise erfolgt ganz automatisch eine intensive Auseinandersetzung mit dem betreffenden Trauerfall. Verdrängungstaktiken haben so kaum eine Chance, weshalb man auch im eigenen Interesse die Kondolenz ernst nehmen sollte. Durch Beileidsbekundungen kommt man somit nicht nur einer gesellschaftlichen Pflicht nach und wird der gängigen Trauerkultur gerecht, sondern hilft auch sich selbst dabei, den Todesfall zu verarbeiten. Die eigenen Emotionen in Worte zu fassen, ist der erste Schritt zur Bewältigung des Verlustes.

Anteilnahme und Trauerbewältigung gehen in Sachen Kondolenz Hand in Hand miteinander und sollten gleichermaßen Berücksichtigung finden. Dass der Tod eines geliebten Menschen überaus schmerzlich ist und eine Lücke hinterlässt, die nicht mehr geschlossen werden kann, ist leider traurige Realität. Mit passender Kondolenz lässt sich zumindest der Zusammenhalt festigen, so dass sich die Trauernden in schweren Stunden gegenseitig auffangen.

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