Suizid und Suizidprävention

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Im Bewusstsein der meisten Menschen gelten Suizide in der Regel als Einzelfälle und werden daher in keinster Weise als gesellschaftliches Problem wahrgenommen. So ist der Glaube, dass Suizide über eine lange Zeit hinweg geplant werden, weit verbreitet. Dies entspricht allerdings nicht der Realität, denn in einem Großteil aller Fälle liegt eine Verzweiflungstat vor, die aus einer persönlichen Krise des Suizidenten resultiert. Psychische Erkrankungen sind oftmals für die Suizidgedanken verantwortlich und lassen keine positiven Gedanken zu, so dass der Suizid als einziger Ausweg erscheint. Hierbei handelt es sich keineswegs um Einzelschicksale einzelner psychisch kranker Personen, wie häufig fälschlicherweise angenommen wird. In vielen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, Österreich und der Schweiz, sterben jedes Jahr mehr Menschen durch einen Suizid als durch Verkehrsunfälle. Diese Tatsache zeigt, dass die Suizidprävention eine wichtige Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist, die alle angeht.

Die konkrete Motivation für einen Suizid ist bei jedem Suizidenten individuell, schließlich hängt dies im Wesentlichen von den persönlichen Lebensumständen ab. Bei Suiziden im Alter kann man beobachten, dass viele Betroffene schlichtweg aufgegeben haben, des Lebens müde sind und aus diesem Grund den Wunsch haben, zu sterben. Bei jüngeren Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, ist allerdings der unbedingte Wunsch, zu sterben, nicht vorrangig. Stattdessen handelt es sich vielmehr um einen Hilferuf, da die Betroffenen sich nicht anders zu helfen wissen und auf diesem Wege auf sich aufmerksam machen möchten. Eine umfassende und professionelle Suizidprävention kann folglich viele Menschen vor einem Selbstmord bewahren und ihnen helfen, ihre Situation zu verbessern und so wieder neue Hoffnung zu schöpfen.

Möglichkeiten der Suizidprävention

Oberste Priorität im Rahmen der professionellen Suizidprävention ist natürlich die Lebensrettung. So müssen entsprechende Maßnahmen greifen, bevor es zu spät ist und der Betroffene seine suizidalen Pläne in die Tat umsetzen kann. Das gesamte Umfeld ist in diesem Zusammenhang gefordert, weshalb die Öffentlichkeit stärker für das Thema Suizid sensibilisiert werden muss. Die Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte dürfen die Augen nicht verschließen, sondern umgehend handeln. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil aller Suizide angekündigt wird, kann eine effektive Suizidprävention zahlreiche Leben retten.

Auch wenn der Betroffene einen Suizid nicht ausdrücklich angekündigt hat, gibt es im Vorfeld häufig Anzeichen, wie zum Beispiel eine zunehmende Verschlossenheit oder vermehrte Aggressionen. Wer dies bei einem Angehörigen beobachtet, sollte zunächst das Gespräch mit diesem suchen. In vielen Fällen fühlt sich der Betroffene dann ernst genommen und spürt, wie viel er seinem Umfeld bedeutet. Auf diese Art und Weise kann der Kreislauf negativer Gedanken eventuell durchbrochen werden. Da einem großen Teil aller Suizidgefährdungen eine psychische Erkrankung oder Störung zugrundeliegt, ist eine professionelle Behandlung ebenfalls essentiell für eine wirksame Suizidprävention.

Geschrieben von Irene Becker.

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