Grabsteine bieten einen Ort zur Zwiesprache

Ratgeber, Grabkunst9. Dezember 2010
GrabsteineGrabsteine sind massive Natursteine, die am Kopfende einer Grabstelle stehen und meist werden die Lebensdaten des Verstorbenen in den Stein gemeißelt.  Die Grabsteine dienen einerseits zum Totengedenken und kennzeichnen auf der anderen Seite eine Grabstelle oberirdisch. Bilder der Verstorbenen oder kleine Ornamente schmücken die Grabsteine in einigen Ländern und Gebieten zusätzlich. Doch nicht alles ist erlaubt und in Deutschland regeln die Friedhofsordnungen wie Grabsteine aussehen dürfen. Grundsätzlich unterscheidet man in Deutschland zwischen Breitstein, Urnenstein, Reihenstein, Stele und Liegestein. Breitsteine sind meist für Doppelgrabstellen zugelassen und Reihensteine, Urnensteine und Stelen für Einzelgrabstellen. Eine Stele ist ein körperhafter Grabstein, der aufrecht stehend platziert wird. Oft werden Engel als Stelen aufgestellt. Sie sollen den Toten auf seiner Reise ins ewige Licht beschützen. Liege- oder Kissensteine sind eine relativ moderne Form des Grabsteins, die auch gern Verwendung findet, wenn die Grabstelle nicht regelmäßig neu bepflanzt werden kann. Stehende Grabsteine, die höher als einen halben Meter sind, werden von der Friedhofsverwaltung regelmäßig auf ihre Standfestigkeit überprüft.

Die Geschichte der Grabsteine

Die Römer ehrten ihre Toten mit keinen Tempeln und Monumenten an den Grabstellen und auch Grabsteine zierten die letzte Ruhestätte der Menschen in der Antike. Die Christen übernahmen diese Sitte von den Römern und auch als man begann wohlhabenden Bürger in unterirdischen Gewölben beizusetzen, wurden überirdisch auf den Kirchenfußböden Grabplatten mit Inschrift in die Erde eingelassen. Da der Platz auf den Fußböden irgendwann ausging, stellte oder hängte man die Grabplatten an die Wände und auch die als Fußplatten verlegten Grabplatten wurden aufgestellt, um sie vor Abnutzung und Zerstörung zu schützen. Die weniger reichen Gemeindemitglieder, die draußen im Kirchhof beigesetzt wurden, erhielten Grabplatten, die man oft an den Außenwänden der Kirche befestigte. Marmor, Schiefer, Granit, Kalk- und Sandstein und auch Edelmetall wie Bronze oder Messing waren seit jeher der Grundstoff für die Grabplatten und auch heute noch arbeitet man meist mit diesen Materialien. Martin Luther regte an, Sprüche und Verse in die Grabplatten zu meißeln und auch Bibel-Zitate findet meißelt man bis heute auf die Gedenksteine. Für viele Hinterbliebene ist der Grabstein der Teil einer Grabstelle, der sich anfassen und streicheln lässt. Man steht am Grab, betrachtet den Grabstein und fühlt sich dem Verstorbenen nah. Die Zwiesprache am Grab erfolgt oft über den Augenkontakt zum Grabstein und beim Verlassen des Friedhofs berührt man den Stein zum Abschied, so wie man sich per Händeschütteln von einem guten Freund im Leben verabschiedet.

Themen: Grabsteine

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