
Allgemeine Gedenktage als feste Termine
Allerseelen und der Totensonntag sind im katholischen und evangelischen Glauben die festen Gedenktage im Kirchenjahr. An diesen Tagen gehen die Familien in die Kirche und feiern zusammen einen Gedenkgottesdienst. Anschließend treffen sich alle auf den Friedhof, schmücken die Gräber mit frischen Blumen und zünden eine Kerze zur Erinnerung an die Toten an. Diese Tradition gibt es seit mehreren hundert Jahren und auch heute noch nutzen viele Familien diese Möglichkeit um in Liebe ihrer Toten zu gedenken. Für die junge Generation ist diese Form des Gedenkens allerdings oft mehr ein Pflichttermin, denn sie haben andere Wege gefunden um ihrer Lieben zu gedenken.
Verstorbene werden auf viele Arten geehrt
Neben den traditionellen Gedenktagen wie Allerseelen und den jeweiligen Todestagen der Verstorbenen gibt es viele weitere Möglichkeiten und Tage, an denen wir unserer Toten in Liebe gedenken können. Mit einem Besuch auf dem Friedhof nach der Arbeit oder an einem Wochenende ehren wir unsere Verstorbenen ebenso wie mit dem Entzünden einer Kerze in einer beliebigen Kirche. Eine einzelne Blume schmückt das Grab an allen Tagen und jeder, der die frische Blüte sieht, weiß genau, dass der Verstorbene in den Gedanken seiner Familie weiterlebt. Einem Toten gedenken, heißt an die schönen Zeiten zu denken, die man mit ihm verbracht hat und die stumme Zwiesprache am Grab ist ein Teil des Totengedenkens. Gebete erreichen die Verstorbenen von jedem Ort aus und wer das Grab nicht regelmäßig besuchen kann, findet auch andere Möglichkeiten für ein stummes Zwiegespräch mit dem Verstorbenen. Bilder und Erinnerungstücke zieren das Zuhause von Menschen, die jemanden verloren haben und ein Blick auf das Foto mit Trauerband erinnert immer wieder an den Menschen, der die Erde bereits vor uns verlassen musste. Ähnlich wie Hausaltäre sind die kleinen Nischen, die viele Menschen ihren Toten widmen. Kleine Tische oder Regale werden mit Bildern oder Erinnerungstücken geschmückt und frische Blumen machen deutlich, dass das Totengedenken in diesem Haus wirklich gelebt wird. Doch auch ohne diese äußerlichen Zeichen kann man der Toten in Liebe gedenken, denn jeder liebevolle Gedanke an den Verstorbenen hält die Erinnerung an ihn wach und so leben die Toten in den Lebenden auf ewig weiter.


Beten, das hat in unserer modernen Gesellschaft nicht immer einen festen Platz im Alltag.Wird aber ein lieber Mensch aus unserer Mitte genommen, suchen wir oft Trost in einem Gebet.
Der Bendlerblock ist ein historischer Gebäudekomplex, der in der Nähe des Tiergartens im Berliner Bezirk Mitte liegt und hier befindet sich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. An diesem historischen Ort fanden wesentliche Ereignisse zum Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 statt. Acht Jahre später legte Eva Olbricht, die Witwe eines Widerstandskämpfers, hier den Grundstein für ein Ehrenmahl, das ein Jahr später enthüllt wurde. Zu der Bronzefigur eines jungen Mannes mit gebundenen Händen kam 1962 eine Tafel mit den Namen der Offiziere, die am 20. Juli 1944 hier erschossen wurden. In den folgenden Jahren wurde aus dem Bendlerblock eine Gedenk- und Bildungsstätte.
Den Name Dachau verbinden die meisten Menschen mit dem nationalsozialistischen Regime während der Zeit des 2. Weltkriegs und dem ersten Konzentrationslager, das dort errichtet wurde. Die KZ- Gedenkstätte in Dachau entstand aufgrund der Eigeninitiative Überlebender und kaum ein Ort in Deutschland spiegelt so viel Leid und Tod wieder wie die dort entstandene Gedenkstätte mit ihrem Internationalen Mahnmal. Auf der Homepage der Gedenkstätte Dachau spürt man schon beim virtuellen Rundgang die bedrückende Stimmung, die sich nicht mehr aus den noch sichtbaren Spuren der Vergangenheit auslöschen lässt und wer die KZ-Gedenkstätte persönlich besucht, erfährt nicht nur viel über die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands sondern auch über sich selbst.
Das ewige Leben auf Erden, das dem Tod entkommt, hat seit Jahrtausenden eine ungebrochene Faszination auf den Menschen ausgeübt. Die Alchimisten suchten nach dem Elixier für Unsterblichkeit, esoterische Gurus beschworen die Mächte des Jenseits, und auch die moderne Medizin strebt danach, die Lebensspanne des Menschen immer weiter auszudehnen – vielleicht bis zu Unendlichkeit. Und eines wollen sie alle nicht akzeptieren: das das Sterben ein Teil des lebendigen Zyklus ist, dem sich auch der Mensch nicht entziehen kann und das ganz selbstverständlich zu seiner Kultur gehört.
Wenn ein Angehöriger oder nahe stehender Mensch verstorben ist, bedeutet das gerade bei einem plötzlichen Todesfall erst einmal einen Schock, der die Betroffenen eine Zeit lang in seinen Klauen hält und lähmt. Ist die erste Wirkung des Schocks abgeklungen, fängt der Hinterbliebene an, sich mit dem Tod des Menschen auseinander zu setzen und auch die Beziehung zu ihm noch einmal Revue passieren zu lassen.