Sterben und Tod vergessene Themen

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Schon seit ewigen Zeiten fürchten die meisten Menschen den Tod. Immer wieder wurde verzweifelt nach Möglichkeiten gesucht, ihn zu überwinden und Unsterblichkeit zu erlangen. So suchten die alten Alchimisten lange Zeit nach dem Stein der Weisen, der ihnen erlauben sollte, dem Sterben zu entgehen. Auch die moderne Wissenschaft forscht in diesem Bereich der Lebensverlängerung und versucht zumindest, die Lebensspanne des Menschen immer weiter auszuweiten. Und nach wie vor hoffen viele auf die Utopie des ewigen Lebens – und verdrängen den Gedanken an die eigene Sterblichkeit. Hierbei vergessen sie, dass sie sich um den Trost und sanften Abschied bringen.

Kulturwandel beim Umgang mit dem Sterben und dem Tod

In früheren Zeiten waren die Lebensumstände noch ganz andere. Oft wohnten mehrere Generationen einer Familie gemeinsam in einem Anwesen, sodass Sterben und der Tod von Familienangehörigen, im Alltag ganz selbstverständlich miterlebt wurde. Schon die Kinder wurden so frühzeitig mit dem Tod konfrontiert und hatten die Möglichkeit, sich mit diesem Thema aktiv auseinander zusetzen. Zudem gab es die Sitte, den Verstorbenen im Rahmen einer Aufbahrung in Ruhe zu verabschieden. Heute fürchtet man die Mär von Toten- oder Leichengift und schafft so die Leichen alsbald aus dem Haus. 

Die Menschen starben zudem meistens zu Hause, da es in früheren Zeiten wenige Altenheime oder Pflegeeinrichtungen und Hospize gab. Daher war es selbstverständlich, dass die Familienangehörigen den sterbenden Menschen bis zu seinem Ende begleiteten. So konnten sie sich alle auf den bevorstehenden Tod vorbereiten und in Ruhe und Würde voneinander Abschied nehmen.

Tod und Sterben – moderne Tabuthemen

In der heutigen modernen Gesellschaft sind das Sterben und der Tod nicht mehr so in den Alltag integriert, wie es früher der Fall war. Alte und kranke Menschen werden oft nicht mehr zu Hause gepflegt, sondern in Heimen, Krankenhäusern oder Hospizen untergebracht. Die verschiedenen Familienangehörigen leben sehr häufig in unterschiedlichen Städten, so dass Besuche bei den Angehörigen in Heim oder Hospiz selten sind.

Das führt dazu, dass viele Menschen das Sterben und den Tod eines Angehörigen noch nie bewusst miterlebt und begleitet haben. Ihre eigene Angst vor dem Tod führt zudem dazu, dass diese Themen in der Familie ausgeklammert und nicht diskutiert werden. Tritt dann ein Todesfall ein, so trifft dieser die Angehörigen völlig unvorbereitet, und sie wissen gar nicht, wie sie mit diesem Tod umgehen sollen. Und zu der intensiven und verwirrenden Trauerbewältigung gesellt sich dann noch die eigene Angst vor dem Tod, denn der Tod des Familienmitglieds hat ihnen auch die eigene Sterblichkeit wieder unerbittlich vor Augen geführt.

Themen: Trauer, Sterben, Tod

Geschrieben von Angelika Schmid.

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