Trauerbriefe - mehr als Beileidsbezeugungen

Ratgeber, Trauer3. Dezember 2010
TrauerbriefeDie Trauerbriefe haben eine lange Tradition und trotzdem fragen wir uns immer wieder, wie sie formuliert werden sollen und wozu sie dienen. Für die Angehörigen sind zahlreiche Trauerbriefe von Verwandten und Freunden ein Zeichen, dass sie nicht allein sind mit ihrer Trauer und die persönlichen Schreiben zeigen, dass auch andere Menschen den Verstorbenen vermissen und an ihn denken. Trauerbriefe eine gute Möglichkeit, die eigenen Emotionen und die Hilflosigkeit auszudrücken, die man empfindet, wenn ein geliebter Mensch verstirbt und es gibt nur wenige Regeln für Trauerbriefe.

Der Inhalt eines Trauerbriefs

Ein Trauerbrief ist ein persönliches Schreiben. Daher sollte es nicht am Computer oder der Schreibmaschine verfasst werden, sondern handschriftlich sein. Normales, weißes Papier eignet sich dafür genauso wie vorgedruckte Briefbögen mit landschaftlichen Motiven. Alte Formulierungen wie die Anschrift: „An das Trauerhaus“ sind heute nicht mehr geläufig und als Adressat setzt man die Familie oder den Hinterbliebenen ein. Als einleitende Zeilen kann man  aufgreifen, wie man vom Ableben des Verstorbenen erfahren hat und beschreiben, welche Emotionen das hervorgerufen hat. „ Durch die Zeitung habe ich erfahren, dass Ihr Mann von uns gegangen ist und ich bin sehr bestürzt darüber, dass uns nicht mehr Zeit zusammen geblieben ist.“ So oder so ähnlich kann ein Trauerbrief beginnen und sich dann mit dem persönlichen Verhältnis zum Verstorbenen beschäftigen. Einige Zeilen wie man den Menschen gesehen hat, der nun eine Lücke hinterlässt, sind für die Angehörigen sehr tröstend und auch als Schreiber eines Trauerbriefs macht man damit die ersten Schritte zur Bewältigung der Trauer. Abgedroschene Phrasen wie „ mein herzlichstes Beileid“ und „Hiermit möchte ich mein Beileid übermitteln“ werden meist als unehrlich empfunden und wer ehrlich trauert, kann und darf dies auch in eigene Worte fassen. Persönliche Erinnerungen an Verluste in der eigenen Familie und der Umgang damit helfen den Hinterbliebenen, einen Weg zu finden, mit der Trauer zu leben und die persönlichen Erfahrungen können Trost spenden.

Das Thema Blumenschmuck im Trauerbrief

Viele Menschen legen bereits zu Lebzeiten fest, dass sie keinen übermäßigen Blumenschmuck bei ihrer Beerdigung wünschen und das Geld dafür lieber spenden möchten. Trotzdem sollte einem Trauerbrief kein Bargeld beiliegen, denn die Hinterbliebenen möchten sich in der Zeit der tiefsten Trauer nur selten mit dem Thema Geld beschäftigen. Meist findet man bei der Trauerfeier in der Kirche eine kleine Dose für Spenden.  Ist man unsicher ob Blumenschmuck erwünscht ist, so kann man durchaus im Trauerbrief danach fragen und auch eine Telefonnummer für den Rückruf hinterlassen. So haben die Angehörigen die Möglichkeit, sich zu melden und ein Telefonat kann wie ein Trauerbrief bei der Verarbeitung des Verlusts helfen.

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