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Trauer

TrauerUnter Trauer versteht man eine Gemütsstimmung, die durch den Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres verursacht wurde. Aber auch andere Verluste, wie zum Beispiel der Verlust der Heimat oder das Ende einer Beziehung, können Trauer hervorrufen. Betroffene Menschen bezeichnen das Gefühl der Trauer oft durch eine starke Niedergeschlagenheit und einem Mangel an Lebensfreude.

Beim Ablauf von Trauer lassen sich mehrere Phasen unterscheiden. Die erste Reaktion auf den Verlust ist meist eine Art Schockzustand. Die Angehörigen wollen und können den erlebten Verlust zu dieser Anfangszeit noch nicht wahrhaben. Als nächstes folgt eine depressive Phase. Trauernde tun sich in dieser Zeit häufig schwer, noch einen Sinn im Leben zu sehen. Daraus folgt oft eine Form von Angst vor der Zukunft. Charakteristisch für diese Zeit ist auch, dass die Hinterbliebenen mit ihrem Schicksal hadern, also die Verlustsituation nicht akzeptieren wollen. Ist diese Phase überwunden, folgt für die Trauernden oft einer Zeit des Grübelns und Nachdenkens. Die Hinterlassenen sind dann oft vergesslich, desorientiert und zeigen auch körperliche Reaktionen wie Konzentrationsverlust, Schlafstörungen oder auch Appetitlosigkeit und damit verbundenen Gewichtsverlust. Aber auch diese schwere Zeit hat ein Ende und wird üblicherweise von einer besseren Zeit abgelöst. Den Trauernden ist es nach und nach leichter möglich, beim Gedanken an den erlittenen Verlust nicht zu verzweifeln. Damit können sich die Trauernden dann auch wieder besser konzentrieren und sich auf das hier und jetzt und sogar die Zukunft konzentrieren. Letztendlich können auch wieder neue Beziehungen entstehen, die unabhängig vom Trauerfall sind. Trauer ist also eine völlig normale Reaktion auf einen schweren Verlust und geht üblicherweise mit der nötigen Zeit von selbst vorbei.

Neben dem emotionalen Aspekt hat der Zustand der Trauer beim Menschen auch einen Verhaltensaspekt. Damit sind Verhaltensweisen gemeint, die beim Trauern gezeigt werden und die dem Trauernden helfen können, seinen seelischen Schmerz zu bewältigen und zu verarbeiten. Der Ausdruck eines schmerzlichen Verlusts nach Außen hin erfolgt zum Beispiel durch eine bestimmte Art der Kleidung. Vor einiger Zeit bestanden noch genaue Regelungen über die Dauer und Art des Tragens von Trauerkleidung. Diese Regelungen variierten je nach Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen. So war es beispielsweise üblich, dass die Ehefrau eines Verstorbenen für ein ganzes Jahr schwarze Kleidung trug. Das Tragen von schwarzer Kleidung zum Ausdruck von Trauer ist auch heute noch üblich, jedoch normalerweise nur noch zum Tag der Beerdigung selbst.

Trauer bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf einzelne Personen. Als Staatstrauer bezeichnet man einen offiziellen Zustand, der von Regierungen bei öffentlich relevanten, einschneidenden Unglücksfällen wie zum Beispiel dem Tod einer hochrangigen Person offiziell verkündet und verordnet werden kann.

Trauer – Begriff – Definition – Wissen – Formen – Modelle

Der Begriff Trauer wird im Allgemeinen negativ bewertet, schließlich beschreibt dieser die Gefühlslage nach einem überaus schmerzlichen Verlust. Insbesondere dann, wenn ein geliebter Mensch stirbt, kommt es zu massiver Trauer, die durch Schmerz, Wut und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet ist. Schuldgefühle, Traurigkeit, Panik oder auch eine emotionale Taubheit können damit einhergehen und versetzen den Hinterbliebenen in einen vollkommenen Ausnahmezustand. Das ist auch kein Wunder, denn der Tod eines geliebten Menschen ist ein massiver Einschnitt und zieht den Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Manche Menschen sind dann geneigt, sich der Trauer in keiner Weise zu ergeben und wollen stattdessen stark sein, um nicht unter der seelischen Last zusammenzubrechen. Die Trauer zu verdrängen, ist aber keine Lösung. Einerseits wird man so nicht dem Verstorbenen gerecht und andererseits gibt man sich selbst keine Chance, die Trauer zu verarbeiten.

Darum ist Trauer so wichtig

Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Panik, Wut, Schmerz, Hoffnungslosigkeit und Schuldgefühle sind Dinge, auf die man gerne verzichten kann. Nichtsdestotrotz ist der emotionale Zustand der Trauer sehr wichtig und sollte unbedingt zugelassen werden, um mit dem Tod des geliebten Menschen zurechtzukommen. All die Hoffnungen und Pläne, die man hatte, wurden durch den Tod des nahestehenden Menschen zunichtegemacht. Dies löst Schmerz, Traurigkeit, Wut und Verzweiflung aus. Der dann eintretende emotionale Zustand der Trauer ist zwar sehr schmerzhaft, aus psychologischer Sicht aber von großer Bedeutung. Im Zuge des Trauerprozesses verarbeitet man die Situation und lernt damit zu leben, so dass man nach einiger Zeit wieder Lebensfreude entwickelt und nach vorne schauen kann. Das bedeutet aber keineswegs, dass man den Verstorbenen vergisst. Ein Bedauern angesichts dessen Todes bleibt, geht aber nicht mehr mit der unermesslichen Verzweiflung der akuten Trauer einher.

Die Phasen der Trauer

Früher oder später erleidet fast jeder Mensch schmerzliche Verluste und bekommt so am eigenen Leib zu spüren, was Trauer bedeutet. Auf wissenschaftlicher Ebene befasst sich vor allem die Psychologie mit Trauerprozessen. In der Vergangenheit entstanden so einige Modelle zum typischen Ablauf des Trauerprozesses. Obwohl jeder Mensch ein Individuum ist, zeichnen sich stets die immer gleichen Trauerphasen ab. Je nach Modell existiert zwar eine variierende Einteilung, aber grundsätzlich lässt sich der Trauerprozess anhand der folgenden Phasen beschreiben:

  • Schock – Zunächst ist der Tod des nahestehenden Menschen ein Schock und der Trauernde will dies nicht wahrhaben. Er verfällt gewissermaßen in eine emotionale Taubheit, durch die er sich der schrecklichen Realität zunächst entzieht.
  • Niedergeschlagenheit – Erkennt der Hinterbliebene die Realität an, empfindet er Schmerz, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Ängste. Trauernde hadern mit dem Schicksal und verlieren ihre Lebensfreude, was mit einer zeitweiligen Depression einhergehen kann. Die Bewältigung des Alltags stellt eine enorme Herausforderung dar, weil sämtliche Gedanken um den Verstorbenen und dessen Tod kreisen. Nicht selten ziehen sich Trauernde dabei mehr und mehr zurück.
  • Anpassung – Im Zuge einer erfolgreichen Trauerbewältigung kommt es dann früher oder später zu einer Phase der Anpassung. Der Trauernde kehrt allmählich ins Leben zurück und findet wieder Lebensfreude. Der schmerzliche Verlust ist dadurch zwar nicht vergessen, wird aber erträglicher.

Die Bedeutung von Bräuchen und Sitten für die Trauer

Trauer ist eine intensive Emotion, die aus dem tiefsten Innern kommt und kaum zu steuern ist. Genau deshalb brauchen Trauernde dringend Halt und finden diese hoffentlich bei ihrer Familie und ihren Freunden. Die anfängliche Ratlosigkeit und Verzweiflung lassen sich unter anderem bewältigen, indem man sich an Bräuchen und Sitten orientiert. Diese geben ein Muster vor, was nun zu tun ist, und befreien die Hinterbliebenen aus ihrer Starre. Indem sie die Beerdigung organisieren, Gottesdienste besuchen oder Kerzen entzünden, können sie etwas tun und fühlen sich in den vertrauten Traditionen gewissermaßen geborgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dabei ein religiöser Charakter gegeben ist oder nicht.

So kann man Trauernden beistehen

Kondolenz ist im Trauerfall absoluter Standard und bringt die Anteilnahme des Verfassers zum Ausdruck. Damit allein ist es jedoch nicht getan, denn die Hinterbliebenen brauchen Halt und Unterstützung, um sich im Alltag wieder zurechtzufinden. Wie ausgeprägt dies ist, hängt von der psychischen Verfassung des Trauernden ab. Dass der Tod eines geliebten Menschen eine absolute Ausnahmesituation darstellt und die Angehörigen in eine Art Schockzustand versetzt, ist absolut natürlich. Jeder muss dabei individuell mit der Situation zurechtkommen und den Todesfall verarbeiten, wobei Trauernde nicht alleingelassen werden, sondern unterstützt werden sollten. Häufig weiß man aber gar nicht, wie man diesen begegnen soll und inwiefern man helfen kann. Grundsätzlich sollte man sich regelmäßig melden, den Kontakt suchen und vor allem zuhören. Dass man dem Trauernden einfühlsam begegnet, ist eine Selbstverständlichkeit, bedeutet aber nicht, dass dieser mit Samthandschuhen angefasst werden muss. Verständnis für die Trauer sowie ein ganz normaler Umgang sind die Basis dafür, dass sich Trauernde nicht alleingelassen vorkommen und von ihrem Umfeld aufgefangen werden.

Ist der Trauernde so sehr in seiner Trauer gefangen, dass er über einen längeren Zeitraum nur Schmerz, Wut und Hoffnungslosigkeit empfindet, sollte das Umfeld besonders sensibel reagieren. Mitunter ist es auch ratsam, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als Freund oder Verwandter sollte man diese Option ansprechen, denn dadurch kann der Trauernde neue Kraft schöpfen und seelisch gesunden, was zuweilen nach einem schweren Verlust nicht aus eigener Kraft gelingt. Oftmals greifen aber durchaus die Selbstheilungskräfte der Psyche, so dass es vor allem Zeit braucht, die Trauer zu bewältigen. In dieser Zeit eine Familie sowie Freunde zu haben, die immer für einen da sind, ist überaus wertvoll. Das Leben geht schließlich weiter, auch wenn nun nichts mehr ist wie zuvor.

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