Totenstarre

totenstarre

Es ist eine alte Weisheit, dass der Tod zum Leben gehört, denn ausnahmslos alle Lebewesen sind sterblich. Wenn ein Mensch stirbt, so beginnen schon Sekunden nach seinem Ableben verschiedene biologische, chemische und physikalische Prozesse, die den Organismus und das Gewebe verändern und auf Dauer zu seiner völligen Verwesung führen. Einer der Prozesse, der einsetzt, ist die Totenstarre – eine Verhärtung der Muskulatur, die eine bestimmte Zeit anhält und sich dann wieder auflöst. 

Mechanismus der Totenstarre

In einem lebenden Muskel findet ein komplexer Prozess statt, der ihm das Zusammenziehen und Strecken erlaubt und ihn für diese Tätigkeit mit der notwendigen Energie versorgt. Dabei spielen auch bestimmte Proteine eine Rolle, die beim lebenden Muskel während der Betätigung benötigt werden und später wieder abgebaut werden.

Dieser Abbau der Proteine findet nach Eintritt des Todes nicht mehr statt, so dass sich die Proteine an die Muskelfasern heften und diese nach und nach erstarren lassen. Dieser Zustand hält 24 bis 48 Stunden an, danach beginnt sich die Totenstarre aufgrund anderer einsetzender chemischer Prozesse wieder zu lösen.

Ablauf der Totenstarre

Die Totenstarre setzt normalerweise binnen ein oder zwei Stunden nach Eintritt des Todes ein, wenn ungefähr Zimmertemperatur herrscht. Bei höheren Temperaturen setzt sie schneller ein, bei niedrigeren Temperaturen wird der Vorgang verlangsamt.

Zuerst verhärten sich Muskeln im Gesicht wie die Kaumuskeln und Augenlider, auch die kleinen Gelenke werden als erste von der Totenstarre erfasst. Grundsätzlich ist der weitere Verlauf körperabwärts gerichtet, so dass als nächstes Hals und Nacken erstarren, dann nach und nach die weiteren Körperpartien. Nach sechs bis zwölf Stunden ist die Totenstarre dann komplett ausgeprägt, abhängig von der Temperatur kann sich diese Zeit verlängern oder verkürzen.

Bedeutung der Totenstarre

Der Verlauf der Totenstarre unter verschiedensten Bedingungen ist gut dokumentiert, und sie wird daher besonders in der Rechtsmedizin als Indikator für die Eingrenzung des Todeszeitpunktes hinzugezogen. Der Rechtsmediziner bricht die Starre eines Muskels und beobachtet dann, ob die Totenstarre an anderen Fasern dieses Muskels wieder einsetzt. Ist das der Fall, war die Totenstarre noch nicht voll ausgebildet und befand sich noch innerhalb der ersten 14 bis 18 Stunden. Diese Beobachtung erlaubt es daher, den Todeszeitpunkt näher einzugrenzen.

Organspenden und Todeszeichen

Die Totenstarre wird als eines der sicheren Todeszeichen angesehen, die der Arzt bei der Leichenschau überprüfen muss. Vielfach werden auch die Begriffe klinischer Tod oder Hirntod verwandt für die Feststellung ob das Sterben beendet ist. Diese Diskussion findet häufig im Zusammenhang mit Organspenden lebhaft und sehr kontrovers statt. Organtransplantation und Hirntod sind schon deshalb so viel in den Medien präsent, weil lt. Auffassung der Regierung immer noch viel zu wenige Menschen einen Oranspendeausweis haben und dieser wohl Leben retten soll oder kann.

Geschrieben von Angelika Schmid.

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