Persönliche Trauerlyrik

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Die Lyrik gehört zu den klassischen Formen der Literatur und wird seit jeher von vielen Menschen geschätzt. Insbesondere in persönlichen Krisen schöpfen viele Menschen Kraft aus Versen und Gedichten und fühlen sich durch die Worte des Dichters verstanden und getröstet. In Anbetracht dessen ist es nicht verwunderlich, dass sich die Trauerlyrik als Gattung der Lyrik etabliert hat und im Rahmen der Kondolenz oftmals zurate gezogen wird. Zahlreiche Dichter und Schriftsteller haben sich unter anderem auch dem Tod als literarischem Thema gewidmet und entsprechende Verse verfasst, die die Endlichkeit des Lebens und die Trauer der Hinterbliebenen von allen Seiten beleuchten. Die Emotionen, die man angesichts des Todes eines geliebten Menschen empfindet, sind im Rahmen der Trauerlyrik in Worte gefasst und können mithilfe eines Gedichts stilvoll zum Ausdruck gebracht werden.

Eigene Trauergedichte verfassen

Im Trauerfall ist es in der Regel eine Selbstverständlichkeit, den Angehörigen mit einem Trauerbrief beziehungsweise einer Trauerkarte sein Beileid zu bekunden und Mitgefühl auszudrücken. Trauerlyrik ist in diesem Zusammenhang ein beliebtes Mittel, um der Kondolenz einen besonderen Charakter zu verleihen und mitunter die eigene Sprachlosigkeit zu überwinden.

Viele Menschen haben beim Verfassen eines Trauerbriefes nicht nur den Wunsch, ein Gedicht zu verwenden, sondern wollen die Trauerlyrik selbst verfassen. Auf diese Art und Weise wird die Beileidspost persönlich und vollkommen individuell. Besonders schön und persönlich ist es, wenn man selbst zu Stift und Papier greift und ein eigenes Trauergedicht verfasst, in dem man den Verstorbenen würdigt. Hierbei sollte man sich viel Zeit nehmen, die Trauerlyrik bekannter Dichter studieren und sein eigenes Schaffen kritisch betrachten. Wer für sich selbst Gedichte schreibt, um beispielsweise besser mit der Trauer zurechtzukommen, kann seinen Gefühlen freien Lauf lassen und sich vollkommen frei entfalten. Soll das eigene Trauergedicht Teil eines Trauerbriefes sein, sollte man das eigene Werk realistisch begutachten und sich zunächst fragen, ob es gelungen ist. Auch wenn man gerne ein eigenes Trauergedicht in die Beileidspost integrieren möchte, muss man sich gegebenenfalls eingestehen, dass man nicht zu den großen Lyrikern gehört. Grundsätzlich spricht aber natürlich nichts gegen die Verwendung eigener Gedichte.

Persönliche Trauerlyrik

Es weiss ja keiner, der's nicht erlebt
wie's ist, wenn einer die Flügel hebt
und leise, leise sich auf die Reise - die letzte macht.
Es weiss ja keiner, dem's nicht geschah
wie's ist, wenn einer nun nicht mehr da.
Wenn leer die Stätte des, den man
hätte so gern noch nah.
Jetzt bleibt uns nichts von Dir
als die Erinnerung an
Deine Augen
Dein Lächeln
Deine Hände
in den Herzen der Menschen
die Dich lieben.
Sie ist nicht mehr da,
doch werde ich ihr täglich begegnen und sie grüßen,
denn ihr Lächeln, das sie schenkte,
ihre helfenden Worte und alles,
was sie für mich getan hat,
werden mich mein Leben lang begleiten.
Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, daß er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen -
denkt man und vergißt dabei,
daß nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin soweit.

Ist es auch schwer, ihn geh'n zu lassen,
den Menschen, der so nah uns stand,
wollen wir uns doch in Schweigen fassen:
Gott nahm ihn still an seine Hand.
Still, ganz leise,
stehe ich an Deiner Seite,
wo Worte zuviel,
kann nur noch ein Schweigen helfen.
Ich bin für Dich da.

Ich hoffe, Du dann auch einmal für mich.
Denn für jeden, kommt dieser Augenblick.
Für Dich und für mich.

Heike Fischer

Themen: Trauerlyrik

Geschrieben von Oliver Schmid.

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