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Obduktion wegen Tötens

Obduktion wegen Tötens

Bei einem Todesfall muss in Deutschland ein Arzt eine äußere Leichenschau vornehmen, um die Todesart (natürlich, nicht natürlich, ungeklärt) sowie die konkrete Todesursache fest zu stellen. Erst wenn dies erfolgt ist, kann der Totenschein ausgestellt werden.

Wenn der Mediziner bei seiner Untersuchung des Toten den Eindruck bekommt, es handele sich um eine nicht natürliche Todesart und der Tod sei aufgrund eines Tötungsdeliktes eingetreten, so vermerkt er dieses auf dem Totenschein, der an die Gerichtsmedizin weitergeleitet wird. Diese veranlasst dann beim Verdacht auf ein kriminelles Delikt eine Obduktion, um den genauen Verlauf der Tötung zu rekonstruieren und eventuelle Hinweise auf den Täter zu bekommen.

Ablauf einer Obduktion: Die äußere Inspektion des Verstorbenen

Die Obduktion, also die innere Leichenschau, wird von einem speziell dazu ausgebildeten Rechtsmediziner durchgeführt. Dieser nimmt zuerst eine sehr genaue und detaillierte äußere Inspektion des Leichnams vor. Neben allgemeinen Daten wie Alter, Gewicht, Größe und weiteren äußeren Merkmalen werden auch alle Veränderungen genau dokumentiert und protokolliert, die mit dem Tötungsdelikt in Zusammenhang stehen könnten. Diese Einzelheiten können den ermittelnden Beamten helfen, Rückschlüsse auf den Tathergang zu ziehen und eventuell den Täterkreis schon etwas einengen.

Ablauf einer Obduktion: Die innere Leichenbeschau

In diesem Schritt der Obduktion öffnet der Rechtsmediziner den Leichnam, um sich einen Überblick über innere Verletzungen und den Zustand der Organe zu verschaffen. Bei einer Obduktion wegen Tötens müssen drei Körperbereiche geöffnet und untersucht werden: die Schädelhöhle, der Brustraum und die Bauchhöhle.

Nach der Öffnung dieser Körperbereiche werden die inneren Organe zuerst begutachtet, dann entnommen und weiter untersucht. Dazu gehört das Feststellen des Gewichtes, die Untersuchung auf etwaige Veränderungen sowie oft auch die Entnahme von Gewebeproben, die später in einem Labor auf verschiedene Aspekte wie toxikologische Wirkungen untersucht werden. Dies gilt ebenfalls für eine Blut- und Urinprobe, die der Rechtsmediziner dem Verstorbenen entnimmt.

Ablauf einer Obduktion: Die Versorgung des Toten

Wenn die Obduktion abgeschlossen ist, werden alle entnommenen Organe dem Toten wieder beigegeben. Danach werden die Schnitte zur Öffnung der Körperbereiche vernäht und der Leichnam wird gewaschen und gesäubert. So ist selbst nach einer Obduktion noch ein Aufbahren des Verstorbenen möglich, damit die Hinterbliebenen Abschied nehmen können.

Emotionale Aspekte der Obduktion wegen Tötens

Für die Angehörigen ist der gewaltsame Todesfall an sich schon ein traumatischer Schock; die Tatsache einer Obduktion ist für viele eine zusätzliche Belastung. Die Vorstellung, dass der geliebte Verstorbene aufgeschnitten und inspiziert wird, ist ein schwer erträgliches Bild. Auch gibt es verschiedene Glaubensrichtungen, die einen solchen Eingriff aus religiösen Gründen strikt ablehnen. Allerdings hat hier der Gesetzgeber das Recht, bei dem Verdacht auf ein Tötungsdelikt eine Obduktion auch gegen den Willen der Angehörigen zu erzwingen.


Tags: Tod
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