Moderner Grabschmuck - Hilfestellungen zur Grabgestaltung

Ratgeber, Trauerfloristik29. Oktober 2013
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Verstirbt ein naher Angehöriger, so kommt auf die Hinterbliebenen umgehend einiges an Formalitäten zu. Das Bestattungsinstitut muss eingeschaltet werden, Behörden wollen rasch informiert sein, Papiere müssen parat liegen und auch die Trauerfeier muss baldmöglichst durchdacht werden. Bei all diesen Aufgaben bleibt meist nur eines auf der Strecke: die beginnende Trauerbewältigung, das Umgehen mit dem Schmerz und die Hilflosigkeit des Trauernden.

Viele Menschen sind jedoch im Nachhinein dankbar für die vielfältigen Aufgaben, da sie dadurch zunächst gefordert sind, etwas Sinnvolles zu tun und sich somit nicht den ganzen Tag mit dem Schmerz konfrontieren müssen. Andere wiederum schaffen es nicht, diese Aufgaben adäquat zu bewältigen und benötigen die Hilfe anderer Angehöriger oder auch die des Bestattungsunternehmers.

Keine Frage, die ersten Tage nach dem Tod des Angehörigen gleichen dem einer Achterbahn. Die Gefühle wechseln stündlich und immer wieder kommen Anrufe mit Beileidsbekundungen oder Anfragen nach weiteren Dokumenten.

Erst nach der Trauerfeier kehrt dann meist etwas Stille ein, der Angehörige kommt zur Ruhe und kann nun auch mit der Trauerarbeit beginnen.

Grabpflege wird in den Gemeinden überwacht

In den ersten Tagen nach der Beerdigung gleicht das Grab meist noch einem Blumenmeer. Kränze und Blumenbouquets verdeutlichen die Anteilnahme und zeigen an, dass hier erst kürzlich ein Mensch zu Grabe getragen wurde. Doch all diese schönen Blumenarrangements verwelken irgendwann, sodass sich die Angehörigen nun auch um die Grabgestaltung kümmern müssen. Ein häufig schwieriges Unterfangen, dem sich die Angehörigen so oder so aber beizeiten stellen müssen.

Die Grabpflege wird in den meisten Gemeinden sehr ernst genommen und zudem von der Friedhofsverwaltung überwacht. Wird ein Grab nicht genügend gepflegt, verwildert es oder macht insgesamt einen schlechten optischen Eindruck, so wird die Verwaltung brieflich an den Angehörigen herantreten und um Abhilfe ersuchen. Niemand ist zwar verpflichtet, für die Grabpflege ein Vermögen auszugeben, jedoch sollte die Grabstätte zu jeder Zeit ansprechend gestaltet sein.

Urnengräber und herkömmliche Grabstätten erfordern anderen Grabschmuck

Bei der Wahl des richtigen Grabschmucks kommt es natürlich immer auch darauf an, ob es sich um ein Urnengrab oder um eine übliche Grabstätte handelt. Ein Urnengrab ist kleiner und bedarf daher meist auch wesentlich weniger Schmuck und Bepflanzung. Große Grabstätten hingegen werden vielfach mit Marmorplatten abgedeckt, sodass auch hier nicht viel an Grabschmuck erforderlich ist. Meist reicht eine kleine bepflanzte Blumenschale oder eine sorgsam aufgestellte Kerze aus. Inspiration finden Sie hier.

Trotz allem wünschen sich die meisten Menschen für das Grab jedoch einen ganz besondern Schmuck, der die Grabstätte zu etwas ganz Individuellem macht. Hierfür gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, sodass der Trauernde in jedem Fall immer das Passende finden wird.

Welchen Grabschmuck hätte sich der Trauernde gewünscht?

Keine Frage, Blumen dürfen auf keiner Grabstätte fehlen. Sie zaubern auch an trüben Tagen eine kleine Freude in die Augen der Friedhofsbesucher und sie verdeutlichen die Liebe der Angehörigen.

Der Grabschmuck sollte aber natürlich auch so gewählt sein, wie es sich der Verstorbene gewünscht hätte. Was hätte ihr oder ihm gefallen? Moderne oder klassische Grabgestaltung? Mit vielen blühenden Pflanzen oder schlicht und praktisch? Wer dies weiß, ist hier schon mal einen großen Schritt weiter.

Moderne Grabgestaltung hat viele Gesichter

Wer heutzutage einen Verstorbenen zu Grabe tragen muss, der wird vermutlich bei der späteren Grabgestaltung auf moderne Formen zurückgreifen.

Es müssen wirklich nicht immer nur Stiefmütterchen oder Erika sein, die eine Grabstätte zum optischen Blickfang machen. Im Gegenteil, dies zeugt eher von weniger gutem Geschmack und wirkt vielfach sogar lieblos.

Viel schöner ist es da, nach ganz anderen Maßstäben vorzugehen und beispielsweise mit kleinen weißen Kieselsteinen zu arbeiten, einen Steingarten anzulegen, der das ganze Jahr hindurch traumhaft schön und vor allem ganz einzigartig aussieht.

Auch die grünen Plastikblumenvasen, die es auf fast allen Friedhöfen gibt, zeugen nicht mehr von einem guten Geschmack. Wenn es denn wirklich frische Blumen sein müssen, dann sollte die Vase zumindest in der Erde eingegraben werden, sodass man von ihr nichts mehr sieht.

Immer wieder schön sind zudem auch kleine Erinnerungsstücke, wie beispielsweise gerahmte Fotos und Briefe, kleine beschriftete Steine, Teile aus der Hobbysammlung des Verstorbenen und natürlich kleine oder größere Laternen, in denen ein Licht seinen Platz findet.

Moderne Grabgestaltung im Wechsel der Jahreszeiten

Natürlich haben vor allem berufstätige Menschen nicht immer die Zeit, täglich auf dem Friedhof nach dem rechten zu sehen. Daher sollte die Grabgestaltung so aussehen, dass sie zwar schön ist, jedoch an die zeitlichen Gegebenheiten des Angehörigen angepasst ist. Es macht keinen Sinn, Blumen zu pflanzen, die einen hohen Wasserbedarf haben, wenn man in den Sommermonaten keine Zeit hat, täglich auf den Friedhof zu gehen. Hier werden besser grüne Bodendecker gewählt, die auch längere Trockenperioden problemlos aushalten. Natürlich muss es nicht das langweilige Efeu sein – Vinca-Optik Minor beispielsweise ist ein wunderschöner Bodendecker, der mit kleinen weißen oder violettfarbenen Blüten aufwartet. In Kombination mit weißen Steinen ein wunderschöner Anblick das ganze Jahr hindurch.

Da die Grabgestaltung in jedem Fall jedoch Geschmacksache ist, sind der Gestaltung auch keine Grenzen gesetzt. So wie noch vor zwanzig Jahren muss es allerdings nicht mehr sein!

Geschrieben von Oliver Schmid.

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