Leichenflecken

leichenflecken

Wenn ein Mensch stirbt und sein Herz und der Kreislauf endgültig versagen, so setzen im Körper die ersten Prozesse ein, die die Veränderung organischer Materie nach Eintritt des Todes bewirken. Zu den ersten Symptomen des Todes gehören die Leichenflecken, auch Totenflecken oder lateinisch Livores genannt; sie treten eine knappe halbe Stunde nach dem Stillstand von Herz und Kreislauf ein und gelten als sicheres Todeszeichen.

Mechanismus der Entstehung von Leichenflecken

Der Verursacher der Leichenflecken ist die Schwerkraft. Das Blut, welches nun nicht mehr vom Herzen durch die Adern gepumpt wird, folgt der Schwerkraft und sinkt nach unten, wo es in die Haut einsickert und sie im Normalfall rötlich-blau bis violett verfärbt. Da der Druck der Auflageflächen des Körpers oder sehr fester und enger Kleidung allerdings meistens stärker ist als die Schwerkraft des herab sinkenden Blutes, sind die direkten Auflageflächen wie Schultern, Gesäß oder Rücken meistens frei von Totenflecken.

Die Totenflecken finden sich immer an den tiefsten Körperpartien – bei Rückenlage im Rückenbereich, bei Bauchlage auf der Vorderseite des Körpers, bei aufrechter oder sitzender Lage des Toten in den unteren Bereichen der Extremitäten.

Die anfänglich noch heller roten einzelnen Flecken verschmelzen im Verlauf der Entwicklung zu großen Flächen und dunkeln nach, wenn der Sauerstoff aus dem Blut verschwindet. Ist ein Hautgefäß beschädigt, kann es innerhalb der Leichenflecken zu punktförmigen Blutungen kommen.

Entwicklung der Leichenflecken im Lauf der Zeit

Innerhalb der ersten sechs Stunden nach Eintritt des Todes reagieren die Leichenflecken noch vollständig auf die Schwerkraft. Wird der Tote binnen dieses Zeitraums umgelagert, so verlagern sich auch die Leichenflecken vollständig zur neuen Unterseite des Körpers. Wird die Leiche später bewegt, so verlagern sich die Flecken nur noch teilweise.

In den ersten sechsunddreißig Stunden kann der Leichenbeschauer die Totenflecken mit kräftigem Druck des Fingers noch wegdrücken, das Blut ist noch flüssig genug und die Haut wird unter Druck wieder weiß. Danach ist das Blut zu zähflüssig geworden und lässt sich nicht mehr wegdrücken.

Diese Informationen und ihre zeitlichen Zusammenhänge sind für den Leichenbeschauer oder Rechtsmediziner wichtige Informationen, wenn es darum geht, den Todeszeitpunkt einzugrenzen und fest zu stellen, ob der Leichnam nach Eintritt des Todes bewegt wurde.

Geschrieben von Irene Becker.

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