Ein Friedhof nur für Schalker

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Eine Parkanlage in Form eines Stadions, Blumen in Vereinsfarben, ein VIP-Bereich im Strafraum – Schalke 04 hat seinen Fans ein finales Mekka errichtet: einen Friedhof. Die Nachfrage ist riesig.

In Gelsenkirchen finden Schalke-Fans egal welcher Religion ab sofort auf dem Schalke-Friedhof ihre letzte Ruhe. Ende Juli erfolgte der Spatenstich in nur 500 Meter von der Veltins-Arena entfernt und direkt neben dem Hauptfriedhof der nordrhein-westfälischen Stadt. Der Fan-Friedhof auf der 3600 Quadratmeter grossen Fläche trägt den Namen "Schalke FanFeld". Vorhanden sind 1904 Grabstellen – in Anlehnung an das Gründungsjahr des Traditionsvereins. 60 davon sind schon gebucht, unzählige Reservierungsanfragen sind offen. 

Pro Grabplatz fallen 5406 Euro Gebühren an

Die Ruhestätte ist eine blau-weisse Fussballoase. Aus der Luft betrachtet ist es ein Stadion mit zwei Rängen, Zäune in den Vereinsfarben begrenzen das Areal und blauweisse Flutlichtmasten spenden Licht. Selbstverständlich gibt es auch nur eine blaue und weisse Bepflanzung. Rund 80’000 Blumen sorgen zumindest im Frühling und Sommer für eine unglaubliche Farbenpracht. Die Grabsteine sind sechseckig, wie es früher die Fussbälle waren. Das Prunkstück des Areals befindet sich im Zentrum: Eine strafraumgrosse Fläche mit Toren an den Enden und dem Schalker Logo im Mittelkreis.

Wer um diesen Kreis herum bestattet werden will, muss eine Schalker Fussball-Legende sein. Buchungen gibt es bereits, um wen es sich indes handelt, darüber schweigt man. Für den "normalen" Fan ist ein Platz ab 5406 Euro zu haben. Inbegriffen ist eine 25-jährige "Mitgliedschaft", die Gestaltung, eine Grabplatte sowie die Grabpflege. Treue Anhänger können sich ihre Ruhestätte bereits zu Lebzeiten für 1250 Euro reservieren lassen – wie es der Vorsitzende des Schalker Fanklub-Verbandes, Rolf Rojek, getan hat. Natürlich hat sich der 58-Jährige das Grab mit der Nummer 04 ausgesucht.

Was halten Sie von der Idee eines Fan-Friedhofes? Ist das eine gute Idee, oder geht man hier zu weit?

Geschrieben von Oliver Schmid.

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