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Der Trauerknigge für die Beisetzung

Zu Beerdigungen geht niemand gern und oft liegt es auch daran, dass man nicht genau weiß wie man sich dabei verhalten soll und welche Kleidung angebracht ist. Soll man den Hinterbliebenen die Hände schütteln und damit sein Beileid ausdrücken und wie verhält es sich mit dem Blumengesteck für das Grab? In unserer Gesellschaft werden bestimmte Verhaltensregeln erwartet und gleichzeitig wird das Thema Tod tabuisiert. Veränderungen im Lebensstil tragen ebenfalls dazu bei, dass man nicht mehr sicher weiß, wie man sich bei einer Beisetzung verhalten soll.

Die Kleiderordnung bei Beerdigungen

Der Trauerknigge für die Beisetzung

Schwarz ist im westlichen Europa die Farbe der Trauer. Schwarz steht für die Auslöschung aller anderen Farben und damit für die Auslöschung von Leben. Für Christen ist dunkles Violett ebenso wie Schwarz die Farbe des Todes. Daher tragen Christen bei einer Beerdigung schwarze Kleidung und der Pfarrer meist eine violette Stola zum Talar. Nicht jeder hat ein komplett schwarzes Outfit im Schrank und die Kleiderordnung hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte soweit gelockert, dass alle dunklen und gedeckten Farben neben Schwarz akzeptiert werden. Hochgeschlossen sollte die Kleidung allerdings noch immer sein und auf schrille, kräftige Muster oder Farben sollte man verzichten. Der Trauerschleier, den Witwen und verwaiste Töchter früher oft getragen haben, ist heute nur noch selten von Bedeutung. Er wurde ursprünglich getragen um Emotionen und damit die Trauer weniger sichtbar für andere zu machen. Der schwarze Anzug für den Herrn und ein dunkles Kostüm für die Dame ist völlig ausrechend um jedem Dresscode zu genügen. Für Kinder sollte man nicht extra ein schwarzes Kleid oder einen Anzug kaufen. Gedeckte Farben sind in Ordnung und der Nachwuchs darf dabei auch noch kindgerecht aussehen.

Sitzordnung in der Kirche und Reihenfolge beim Trauerzug

Einige Familie geben eine genaue Sitzordnung für die Trauerfeier bekannt und natürlich sollte man sich daran halten. Meistens gibt es jedoch keine genaue Einteilung und man kann seinen Sitzplatz selbst wählen. Ein paar grundlegende Punkte sollten bei der Wahl dennoch berücksichtig werden. Gehört man zum engsten Familienkreis des Verstorbenen, so sitzt man bei der Familie, die meist vorne in der Kirche Platz nimmt. Ist der Verstorbene ein enger Freund gewesen, wählt man einen Platz zwei oder drei Reihen hinter den Familienangehörigen. Nachbarn und Bekannte des Toten nehmen dahinter Platz. Viele Menschen wollen öffentlich nicht weinen und versuchen auch bei einer Beisetzung sich selbst unter Kontrolle zu halten, andere verarbeiten die Trauer ganz ohne Tränen und beides ist völlig in Ordnung und gilt auch während der Trauerfeier. Nach der Trauerfeier begibt sich der Trauerzug zum Friedhof, wobei hier auch die Reihenfolge der Sitzordnung in der Kirche gilt. Die Familienmitglieder gehen voran, dahinter Freunde und Bekannte.

Beileidsbekundungen und Blumenschmuck

Nicht jeder Hinterbliebene verkraftet das Ritual des Händeschüttelns nach der Beerdigung. Oft wünscht sich die Familie schon bei Bekanntgabe des Termins für die Trauerfeier, dass Gäste von Beileidsbekundungen am Grab absehen mögen. Diesen Wunsch sollte man unbedingt respektieren und den Hinterbliebenen vorab mit einem Trauerbrief kondolieren oder einen späteren Zeitpunkt für ein persönliches Gespräch nutzen. Möchte die Familie des Verstorbenen keine großen Blumenkränze, so sollte man auch diesem Wunsch nachkommen und sind Spenden anstelle von Blumen erwünscht, so sollte man keinesfalls einen Umschlag überreichen, sondern beim Betreten der Kirche auf eine Dose oder Schale mit einem kleinen Spendenhinweis Ausschau halten.

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