Beileid bekunden

Magazin1. Dezember 2010

Beileid bekundenBeileid bekunden kann man auf vielfältige Weise. Wenn wir die Nachricht erhalten, dass ein Mensch, den wir kannten von uns gegangen ist, womöglich noch verunglückt oder von einer furchtbaren Krankheit geplagt war, dann erschrecken wir erst einmal selbst. In Sekundenschnelle wird uns auch bewusst, dass unser eigenes Leben endlich ist. Auch wenn wir momentan vor Schreck gelähmt sind, haben wir die Pflicht, den Angehörigen unser Beileid zu bekunden. Dies kann in einer Karte oder einem Schreiben geschehen oder persönlich bei einem Beileidsbesuch.

Beileid bekunden persönlich

Persönliche Beileidsbekundungen wird jeder Mensch in der Regel nur dann machen, wenn er einen Bezug zum entschlafenen Menschen hatte. Dies ist meist auch beim kollegialen Beileid bekunden der Fall. Auch bei den Beisetzungen ist es üblich, allen am offenen Grab stehenden Familienmitgliedern die Hand zu schütteln und das Beileid zu bekunden. Auch wenn viele Menschen dies als lästige Pflicht sehen, für die Anverwandten ist es wichtig. Einige Familien bitten jedoch auch hiervon abzusehen und diesem Wunsch ist unbedingt nachzukommen. Jeder Mensch geht mit Abschieden anders um und diesen zurückgezogenen Umgang der Verwandten muss jeder Außenstehende respektieren. In diesen Fällen kann mein sein Beileid dann eben schriftlich bekunden.

Beileid bekunden schriftlich

Es kann eine kleine Karte oder ein Brief geschrieben werden, wenn diese einige persönliche Worte enthalten, ist dies tröstlich und drückt ihr Beileid aus. Erinnern Sie sich einfach zurück, versuchen Sie vor dem Beileid Bekunden diesen Dahingeschiedenen vor ihr inneres Auge zu holen. Bestimmt fallen Ihnen einige Situationen ein, die Sie in Ihre Beileidsworte einfließen lassen können. Beim schriftlichen Beileidstext muss man wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen. Diese Beileidswünsche werden von den Hinterbliebenen in der schmerzlichen ersten Zeit immer wieder einmal gelesen. Es ist auch stilvoll, Gedichte oder Zitate einzufügen oder zu zitieren, um ihr eigenes Verhältnis zum Verschiedenen auszudrücken. Jeder Mensch hat oder hatte seine ganz eigene Art mit Situationen oder den Mitmenschen umzugehen. Diese Eigenart hervorzuheben, zeugt von Mitgefühl. Es zeugt auch davon, dass Sie über den Verstorbenen nachgedacht haben. Es zeugt vor allem von echten und nicht geheuchelten Beileidsgefühlen. Passende Worte in solch einem Fall sind immer geprägt von Persönlichem. Natürlich sollten wir solche Trauerkarten oder Briefe auch nicht mit unseren eigenen Gefühlen überfrachten, dies wäre eine zu große Belastung für die Hinterbliebenen. Es ist ein Spagat zwischen der korrekten Formulierung und der sorgfältigen Auswahl einfühlsamer Worte.

Beileid bekunden – weitere Formen

Eine E-Mail zu schreiben ist heute auch eine mögliche und moderne Form, sein Beileid zu bekunden. Dies ist jedoch immer noch in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel einer längeren Abwesenheit oder Geschäftsreisen, üblich.

Auch das Beileid bekunden im Internet auf Kondolenzseiten ist in unserer modernen Zeit nichts Außergewöhnliches mehr. Wenn die Familie eine solche Kondolenzseite für den Verstorbenen eingerichtet hat, kann man diese zur Beileidsbekundung auch nutzen. Es ist eine sehr schnelle Kommunikationsart und noch dazu eine für alle Zeiten bleibende Ehrung für unsere geschätzten Heimgegangenen.

Beileid bekunden – Beisetzung - Trauerrede

Reden bei der Trauerfeier sind auch eine Beileidsbekundung. Gerade in der öffentlichen Beileidsbekundung muss in der Eile ein guter Text formuliert werden. Meist hat man ja zwischen der Mitteilung zum Ableben und der Beisetzung nicht unendlich viel Zeit, zu diesem Verlust eine Rede zu halten. Aus diesem Grund enthalten Trauerreden auch oft stilistisch und grammatisch schlecht formulierte oder überfrachtete Sätze. Vielen Reden hört man auch an, dass sie neutral auf jeder x-beliebigen Feier gesagt werden könnten. Es ist nicht verwerflich, wenn man in der Eile auf vorgefertigte Texte zurückgreift und diese mit einigen persönlichen Worten bereichert. Schöner und einfühlsamer ist es jedoch immer, wenn man sich die Mühe macht und je nach Nähe oder Distanz einen eigenen Text schreibt. Anders ist dies bei Personen in der Öffentlichkeit, diese Reden werden von professionellen Textern erstellt und im Grunde nur noch vorgelesen. Diese Tatsache macht solche Reden zwar perfekt doch auch unpersönlich.

Dies ist ein Spagat, denn man muss gleichzeitig erkennen, ob der Mensch lediglich von uns selbst oder überhaupt keine Hilfe und Zuwendung will. Seien wir trotzdem so mutig, auf Menschen, die das Liebste verloren haben zuzugehen. Eine Zurückweisung in Kauf zu nehmen ist in einem solchen Fall selbstlos und zeugt von wirklichem Beileid. Man kann sein Beileid im Falle einer Zurückweisung ja auch schriftlich ausdrücken und offen lassen, dass man bereit ist, auch weiterhin zu helfen. Bei einer Ablehnung beleidigt zu reagieren und sich daraufhin komplett zurückzuziehen wäre mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Es zeigt den Betroffenen, dass Sie deren Reaktion verstehen und sie nicht übel nehmen, wenn Sie sich weiterhin um einen Kontakt bemühen. Wenn wir uns in diese traurige Situation hineinversetzen, wird das sicherlich auch den wenigsten Menschen noch schwer fallen. In Ausnahmesituationen mit ehrlich gemeinten Beileidsbekundungen für Jemanden da zu sein, gibt einem auch selbst sehr viel wieder zurück. Es gibt einem das gute Gefühl, z.B. ein guter Freund zu sein, der auch in schweren Stunden nicht zurückschreckt. Man erfährt, dass man nicht abgestumpft gegenüber dem Leid der Anderen ist. Empathie zu empfinden ist im zwischenmenschlichen Umgang eine wichtige Sache. Wer ständig von schlechten Nachrichten um geben ist, wie wir in der heutigen Medienzeit, läuft schnell Gefahr, sich von den Sorgen und Nöte anderer Menschen nicht mehr beeindrucken zu lassen. Die gesamte Gesellschaft sollte dieser Gefahr entgegenwirken. Beileid auszudrücken und Mitleid zu empfinden ist etwas sehr wertvolles, das es zu bewahren gilt.

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